Trockene Augen

Differenzierung von Benetzungsstörungen
Eine Patienteninformation!
Augenärztliche Untersuchung bei Verdacht auf eine Benetzungsstörung mit dem Tearscope plus
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
auf Grund der bei Ihnen vorliegenden Beschwerden und Befunde besteht der Verdacht auf eine Benetzungsstörung der Augen, dem so genannten "Trockenem Auge" oder "Sicca-Syndrom".
Was ist ein "Trockenes Auge"?
Beim "Trockenem Auge" ist es zu einer Störung des Tränenfilms gekommen, dabei kann sowohl die Qualität des Tränenfilms als auch die Menge (Quantität) verändert sein. Eine krankhafte Veränderung des Tränenfilms kann zu einer unzureichenden Schutzfunktion der Augen aber auch zu Störungen des Sehvermögens führen.
Wie kann man ein "Trockenes Auge" feststellen?
Neben der genauen Erörterung der Art der Beschwerden stehen für die Diagnostik von Benetzungsstörungen mehrere Verfahren zur Verfügung. Eine nicht invasive Messmöglichkeit ist die Untersuchung mit dem Tearscope plus. Dieses Gerät wurde entwickelt, um Qualität und Quantität der Struktur und die Stabilität des Tränenfilms besser beurteilen zu können. Zusätzlich kann dieses Gerät bei der Suche nach Ursachen für Kontaktlinsenunverträglichkeiten verwendet werden. Darüber hinaus kann die Wirkung der Therapie eines "Trockenen Auges" im Verlauf besser eingeschätzt werden und eine bessere Ausrichtung der Therapie erfolgen.
Wie funktioniert das Tearscope plus?
Das Messprinzip dieses Gerätes beruht auf der Interferometrie. Interferenzen treten auf, wenn Lichtstrahlen an Vorder- und Rückseite dünner Schichten reflektiert werden. Über eine morphologische Charakterisierungder Interferenzmuster sind Aussagen über die Qualität des Tränenfilms möglich, zusätzlich lässt sich der Schweregrad des "Trockenen Auges" über eine Farbskala der Interferenzen beurteilen.
Die ungenügende Stabilität des Tränenfilms ist eine der wesentlichen Ursachen für die Beschwerden durch das "Trockene Auge". Erfassen lässt sich diese nicht genügende Tränenfilmstabilität durch das Messen der Tränenfilmaufreißzeit, der Zeitspanne vom Öffnen der Augen bis zum Aufreißen des Tränenfilms. Mit dem Tearscope plus lässt sich diese Tränenfilmaufreißzeit exakt stoppen.
Unregelmäßigkeiten der Hornhautoberfläche können im Verlauf des "Trockenen Auge" eine Rolle spielen. Durch zusätzliche Ringmuster des Tearscope plus lassen sich diese darstellen und deren Bedeutung für die Symptomatik des "Trockenen Auges" abschätzen.
Die Zusammensetzung des aus verschiedenen Schichten bestehenden Tränenfilms lässt sich mit und ohne Kontaktlinse beurteilen. Dabei kommt besonders der Fettschicht mit ihren möglichen Abnormalitäten eine große Bedeutung zu.
Mit einem Halter für Kontaktlinsen können wir durch eine Dunkelfelduntersuchung mögliche Ablagerungen und Kratzer auf Kontaktlinsen mit dem Tearscope plus feststellen.
Wer trägt die Kosten?
Die Untersuchung des Tränenfilms und der Hornhautoberfläche mit dem Tearscope plus gehört nicht zum Leistungskatalog der GKV. Dafür bezahlen Sie ein maßvolles Honorar an Ihre(n) Augenärztin/Augenarzt.
Haben Sie weitere Fragen? Wir beantworten sie gern.
Reversibler Verschluss der Tränenwege mittels punctum plugs.
Viele Menschen leiden unter Bindehaut-Reizzuständen mit Beschwerden wie Tränen, Juckreiz, Müdigkeitsgefühl, Druckgefühl wie Sandkörner unter den Lidern zu haben oder auch nur rote Augen. Diese können verschiedene Ursachen haben.
Ein oft anzutreffendes Problem ist die Befeuchtung der Augenoberfläche mit einem homogenen Tränenfilm. Entweder ist zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden oder die vorhandene Tränenflüssigkeit ist qualitativ nicht in der Lage, einen dauerhaften Flüssigkeitsfilm auf der Augenoberfläche zu halten und so einen natürlichen Schutzfilm zu gewährleisten.
Die Folge sind oben beschriebene Symptome, welche unbehandelt stärker werden und sich sogar unbemerkt chronifizieren können.
Die Therapie:
Entscheidend ist zunächst die Diagnostik, um andere Erkrankungen, wie Regenbogenhaut-entzündungen oder andere Entzündungen des Augapfels oder Infektionen, wie z.B. die Virusinfektion des Herpes simplex auszuschließen und die richtige Therapiestrategie festzulegen.
Dann können unter den vielen Tränenersatzmittel-Sorten, je nach Erkrankungsbild, die passenden ausgewählt und je nach ärztlicher Empfehlung auf das betroffene Auge getropft werden.
Oft sind die Beschwerden jedoch sehr hartnäckig und lassen sich mittels Augentropfen nicht einfach beseitigen. Sollte dies nach längerem Versuch der Therapie keine wesentliche Besserung eintreten, so besteht die Möglichkeit, das natürliche Ablaufen der Tränenflüssigkeit durch die Tränenkanäle (im Unter- und Oberlid befindlich) durch Verschluss der Tränenkanalöffnungen zu mindern.
Früher gab es nur die Möglichkeit der irreversiblen Verödung der Tränenkanalöffnungen. Daher wurde diese Methode nur selten angewandt.
Heute gibt es reversible Verschlusssysteme wie punctum plugs aus Silikon.
Diese sehr kleinen „Stöpselchen“ gewährleisten in der Regel den Tränenkanalverschluss über Monate bis zu 2-3 Jahren. In den meisten Fällen kommt es hierbei zu einer erheblichen Minderung der subjektiven Beschwerden bis zur Beschwerdefreiheit. Meist benötigen die Patienten entweder gar keine Augentropfen mehr oder nur noch wesentlich weniger als dies vorher notwendig war.
Zwar sind diese Implantate nicht ganz preiswert, sie können aber zu einer erheblichen Reduktion oder zum Verzicht auf die Anwendung von Tränenersatzmitteln und somit zu Beschwerdefreiheit führen.
Sprechen Sie uns an, wir geben Ihnen gern Auskunft!





















